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Soziale Netzwerke zerstören die Gesellschaft: Was ist zu tun?

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Soziale Netzwerke werden von ihren eigenen Schöpfern beschuldigt, die Gesellschaft zu zerstören und die Menschen zu zerreißen (lesen Sie das Interview von Chamath Palihapitya, der ein ehemaliger Facebook-Vizepräsident ist).
Gleichzeitig entstehen Bewegungen wie Time Well Spent, die den Suchtcharakter von sozialen Netzwerken, künstlicher Intelligenz und Personalisierung anprangern (siehe meinen anderen Artikel zu diesem Thema).

Atomisiertes Verhalten & fehlender Zusammenhalt sind einige der Symptome unserer digitalen Gesellschaft. Mehrere Fragen tauchen in meinem Kopf auf.

  • War die Gesellschaft nicht schon immer fragmentiert und was hat sich mit den sozialen Netzwerken geändert?
  • Was ist falsch an personalisierten Interaktionen? Sind maßgeschneiderte und personalisierte Interaktionen nicht das, wonach alle Menschen suchen?

Lassen Sie uns diese beiden Fragen getrennt untersuchen.

Die Fragmentierung der Gesellschaft und der Einfluss der sozialen Medien

In seinem kürzlich erschienenen Buch „Media Resistance“ (hier im offenen Zugang), weist T. Syvertsen auf 6 wiederkehrende Anliegen in Medien hin, die den Widerstand prägen: Moral, Kultur, Aufklärung, Demokratie, Gemeinschaft und Gesundheit. Sie schreibt:

„Medien- und Kommunikationstechnologie wird oft so dargestellt, dass sie die Menschen zusammenbringt, aber für diejenigen, die Widerstand leisten, bringen Medien Isolation […]. Widerstand ist verbunden mit Vorstellungen von Massengesellschaft und der Sorge, dass Industrialisierung, Urbanisierung und Massenmedien die gemeinschaftliche Basis der Gesellschaft untergraben haben“ (Hervorhebung hinzugefügt).

Mit anderen Worten, es ist eine wiederkehrende Sorge, dass Medien (und nicht nur soziale Medien) den Begriff der Gemeinschaft untergraben und die Verbindungen zwischen den Mitgliedern der Gesellschaft aufbrechen. Diese Sorge scheint nicht nur spezifisch für soziale Medien zu sein.

Was ist falsch an der Personalisierung?

Die Technologie hat eine bessere und automatisierte Personalisierung in einem größeren Umfang ermöglicht. Jeder könnte zustimmen, dass dies dem Verbraucher zugute kommt, weil seine Bedürfnisse besser bedient werden können. Technologie und soziale Medien haben es uns auch ermöglicht, Eins-zu-Eins-Beziehungen mit mehr Menschen als je zuvor zu pflegen. Obwohl diese Beziehungen manchmal oberflächlich sind, muss man dennoch anerkennen, dass soziale Medien und Technologie unsere Fähigkeit, andere Menschen zu erreichen und sich mit ihnen auszutauschen, dramatisch erhöht haben. Der Homo Sapiens hat sich in einen Homo Communicatus verwandelt.
Gleichzeitig wird die Personalisierung jedoch als Übel angesehen, weil sie den Konsum atomisiert und die Individualität in jedem von uns erkennt und wertschätzt. Technologie (Big Data, Algorithmus) hebelt die Individualität zum Nachteil der Kollektivität aus. Eine Frage muss jedoch gestellt werden: Woran liegt es, dass wir plötzlich Wert auf Kollektivität legen?

Mein Standpunkt

Wissenschaftliche Arbeiten wie die von Syvertsen zeigen, dass alle Formen von Medien mit einem negativen Effekt auf das Gefühl des Kollektivismus in Verbindung gebracht werden. Den Medien wird vorgeworfen, die Gesellschaft zu zerreißen. Die Technologie, die hinter den heutigen Medien steht (seien es soziale Medien oder digitale Formen der regulären Medien), wird logischerweise des gleichen beschuldigt.
Doch gleichzeitig schätzen die Menschen die Anerkennung ihrer Individualität, ein Gefühl, das mit dem Fall totalitärer Regime, die den Kollektivismus aufzwingen, nur noch zunehmen kann. Ich glaube, dass ein Individuum sich nur selbst verwirklichen kann, wenn es sich seiner Individualität bewusst ist. Technologie und soziale Medien sind daher Ermöglicher, keine Hürden. Kommunikation und Austausch waren die Grundlage der menschlichen Evolution und man muss zugeben, dass wir noch nie zuvor in der Lage waren, in so großem Umfang mit so vielen Menschen zu kommunizieren.
Wenn Technologie ein Enabler ist, ist sie ein Werkzeug wie jedes andere. Sie ist kein Selbstzweck, sondern nur ein Mittel. Sie muss nutzbar gemacht und für das größere Wohl verwendet werden. Man kann nicht verhindern, dass Menschen Dinge für gemeine Zwecke einsetzen. Aber diese Welt hat sich seit Tausenden von Jahren weiterentwickelt, weil die Balance zwischen Gut und Böse leicht positiv war. Ich glaube, dass Big Data und Algorithmen dieses Gleichgewicht noch nicht erreicht haben. Nur mit mehr Kontrolle, mehr Bildung und mehr Transparenz können falsche Verhaltensweisen vermieden werden.
Glücklicherweise beginnen die Menschen rund um den Globus zu begreifen, dass algorithmische Technologie in den falschen Händen Schaden anrichten kann. Ähnlich wie der Widerstand in den Medien nimmt auch der Widerstand gegen Algorithmen zu und wird in den kommenden Jahren ein zunehmender Trend werden.

 

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